Alle Beiträge von Karsten

Responsible Research and Innovation in three countries: Finland, Poland and Spain-Catalonia

Titelblatt-SummaryAutorem: Krüger, K. (coord.); Dańkowska, A.; Hjelt. J.; Kobza, N.; Mehari, Y. Molas, A.; Jiménez, L.; Pekkola , E.; Stasik, A.; Stenval, J.
Jahr: 2020
Zusammenfassung: Das Buch beinhaltet die technischen Berichte des ersten Teils des Projekts Responsible Research and Innovation Learning RRIL, in dem der Grad der Einführung des Konzepts Responsible Research and Innovatipon (RRI) in den finnischen, polnischen und spanischen Innovationssystemen mit dem Fokus auf die Wissensbereiche Energie und Wirtschaft analysiert wurde. Die drei Berichte werden im letzten zusammenfassenden Kapitel.

Unsere Analyse zeigt die geringe Relevanz des Konzeptes RRI für die Steuerung der Systeme, aber auch für die institutionelle Governance in allen drei Ländern. Noch weniger relevant ist RRI auf der Ebene der Forschung selbst, d.h. Forschungsgruppen und einzelne Forscher. Natürlich gibt es Ausnahmen von dieser allgemeinen Aussage. RRI hat als Leitbild in einigen Universitäten, Forschungs- und Technologiezentren eine gewisse Bedeutung. Der Eindruck einer ungleichen Umsetzung der RRI-prinzipien verstärkt sich noch, wenn der Blick auf die drei vom RRIL-Projekt ausgewählten RRI-Dimensionen – öffentliches Engagement, Gender und Ethik – geworfen wird. Generell kann beobachtet werden, dass öffentliches Engagement – im Sinne der Triple oder Quadruple Helix – eine hohe Bedeutung in den Innovationssystemen hat, Gender und Ethik haben dagegen eine geringere Priorität für Innovationsstrategien und noch weniger in konkreten wissenschaftsbasierten Innovationsprojekten.

Das Buch steht nur in Englisch zur Verfügung.

Verantwortungsvollen Forschung und Innovation in Finland

Titelblatt_Finland-1Autoren: Jonna Hjelt & Elias Pekkola & Jari Stenvall & Yohannes Mehari
Jahr: 2020
Zusammenfassung: Der Bericht wirft einen systemischen Blick auf die Innovationssysteme in den Bereichen Energie und Wirtschaft in Finland im Allgemeinen und in der Region Tampere im Besonderen. Er konzentriert sich insbesondere auf die Analyse, wie die regionalen Akteure mit dem Konzept der verantwortungsbewussten Forschung und Innovation (Responsible Research and Innovation – VFI) umgehen und untersucht die Strategien der VFI und deren Umsetzung in der Praxis. Der Bericht stützt sich auf eine qualitative Analyse, an der 12 Teilnehmer beteiligt waren, die hauptsächlich im Innovationssystem der Energie und Wirtschaft der Region Tampere tätig sind.
Die Analyse zeigt, dass das nationale finnische Innovationssystem weitgehend durch die Investitionen des öffentlichen Sektors und der Beteiligung des privaten Sektors gekennzeichnet ist. Die öffentlichen und privaten Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation sind jedoch in den letzten Jahren aufgrund politischer Entscheidungen und wirtschaftlicher Veränderungen auf rückläufig. Es zeigt sich, dass das VFI -Konzept in den finnischen Forschungs- und Innovationssystemen der Energie und Wirtschaft nicht sehr bekannt ist. Stattdessen haben Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentliche Verwaltung in der Region Tampere stärker auf das Konzept der Ziele nachhaltiger Entwicklung der UNO gesetzt, das dem VFI-Konzept jedoch ähnelt.
Die Studie berichtet ebenso über Vorschläge zur Förderung verantwortungsbewussten Handelns und zur Lösung ethischer Dilemmata in Forschung und Innovation gelöst. Das schließt die Fähigkeit, mit verschiedenen Akteuren zusammenzuarbeiten, und die Notwendigkeit ein, wissenschaftlich unterschiedlicher Perspektiven im Innovationsprozess einzubringen. Es wird auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, das Engagement der von den Innovationen betroffenen Menschen und der Gesellschaft insgesamt in den Innovationsprozessen zu erhöhen. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Geschlechtergleichstellung in finnischen Organisationen nicht als Problem wahrgenommen wird, obwohl es viele geschlechtstypische Berufe gibt. Schließlich wird betont, dass die Vermittlung von VFI-Prinzipen für die Studierenden relevant sein könnte, aber Engagement, Geschlechtergleichstellung und Ethik am besten in der Praxis erlernt wird.

Nur in Englisch verfügbar

Verantwortungsvollen Forschung und Innovation in Katalonien

Titelblatt RRIL-IO1-Cat-1Autoren: Karsten Krüger; Alba Molas & Laureano Jiménez
Jahr: 2020
Zusammenfassung: Der Bericht beschreibt das spanische und katalanische Innovationssystem im Allgemeinen und für die Wissensbereiche Wirtschaft und Energie im Besonderen. Die Analyse deutet auf ein duales System: Auf der einen Seite gibt es das Subsystem der Triple Helix mit Universitäten, Forschungszentren, Technologiezentren und Unternehmen, in dem andere Akteure – der Quadruple Helix – nur punktuell mitwirken Gesteuert wird dieses Subsystem durch ein komplexes Netz von öffentlichen Körperschaften und öffentlichen Körperschaften unter privaten Rechts, in dem die Unternehmen an Bedeutung gewinnen. Andere Akteure einschließlich der Städte haben in diesem Subsystem nur geringe Relevanz. Auf der anderen Seite gibt es das ‚smarte’ Subsystem, das hauptsächlich von Städten und Unternehmen gebildet wird, in denen Universitäten und Forschungszentren nur punktuell mitwirken.
In diesem dualen System entwickeln die katalanischen Universitäten vielfältige Strategien in den Bereichen soziale Verantwortung, Gleichstellung der Geschlechter und Ethik. Diese Strategien sind jedoch nicht in ein Gesamtkonzept der Verantwortungsvollen Forschung und Innovation (VFI) integriert. Sie entwickelten diese Maßnahmen eher im Rahmen alternativer Konzepte wie ‚Universitäre Soziale Verantwortung(USR), ‚HR Excellence in Research Award‘ und den Nachhaltigkeitszielen der UNO.
Trotz des Fortschritts, den die öffentlichen katalanischen Universitäten bei der Konsolidierung eines Triple-Helix-Systems gemacht haben, ist ein Mangel an Fortschritten in Richtung einer stärkeren Beteiligung der Gesellschaft und einer Stärkung der Bürger im Sinne einer Quadruple Helix-Konfiguration zu beobachten. Es wurden Schritte in den Bereichen der sozialen Verantwortung, Geschlechtergleichstellung und Ethik unternommen, jedoch nicht im Rahmen von RRI. Es gibt bei der Umsetzung von VFI im spanischen und katalanischen Innovationssystem noch einen beträchtlichen Spielraum, für den die Entwicklung und Test von Ausbildungsmodulen eine wesentliche Unterstützung sein könnte.

Ist nur in Englisch verfügbar

Rechtsradikale und –extreme Parteien und die Arbeiterklasse in Deutschland

Titelblatt-Dikussionbeitrag_PartidosAutor: Karsten Krüger
Jahr: 2019
Dieser Artikel liegt nur in Spanisch vor

Zusammenfassung: In den Ländern der Europäischen Union gibt es einen klaren Trend zur Akzeptanz des Rechtsradikalismus oder -extremismus. In Deutschland, wie auch in Spanien, ist dieses politische Phänomen später aufgetreten als in anderen europäischen Ländern. Eine Reihe von deutschen Studien zeigen jedoch, dass die als rechtradikal oder -extrem charakterisierten Positionen und Einstellungen schon länger in der Gesellschaft vorhanden sind. Sie sind auch nicht auf das politische rechtsradikale und-extreme politische Spektrum beschränkt, sondern findet sich auch in der Mitte der Gesellschaft.
Folglich sind auch die Arbeiter und die Gewerkschaft sensibel für diese politische Option. In der Analyse des Phänomens der radikalen und extremen Rechten hat die Theorie der Modernisierungsverlierer und -gewinner eine besondere Relevanz. Sie bezieht sich nicht nur auf die objektive sozioökonomische oder kulturelle Situation, sondern auch die subjektiven individuellen Wahrnehmungen (wie z.B. Pessimismus vor seiner persönlichen Situation oder Angst vor Kontrollverlust).
In Bezug auf die sozioökonomischen Veränderungen ist diese Theorie jedoch begrenzt. Im besten Fall erklärt sie lediglich, warum die als „Verlierer“ identifizierten sozialen Schichten eine stärkere Tendenz zu diesen Parteien haben, aber nicht warum auch Personen anderer sozialer Schichten diese Option wählen. Ein weiterer Kritikpunk ist, dass diese Theorie nicht genügend herausstreicht, dass es sich um ein langfristiges Phänomen handelt, das zumindest in der Bundesrepublik Deutschland bis in die 1950er Jahre zurückreicht. Die Irrelevanz der rechtsradikalen und -extremen Parteien im parlamentarischen Leben in den 1970er, 1980er, 1990er und 2000er Jahren bedeutete nicht, dass die jeweiligen Einstellungen aus der westdeutschen Gesellschaft verschwunden waren, sondern war als politische Strömung innerhalb der dominanten konservativen Parteien getarnt oder blieb eine Minderheitenposition der außerparlamentarischen Opposition. Dieser Artikel, der nicht auf einer empirischen Studie, sondern auf einer Revision der Fachliteratur, Dokumente der rechtsradikalen Partei AfD und der Analyse der Wählerstimmen für die AfD bei den letzten Wahlen gründet, spricht hiervon und mehr.

Wenn die Gnome aufmarschieren Auswirkungen der Nanobiotechnologie

Titelblatt-FoladoriAutor: Guillermo Foladori y Noela Invernizzi
Jahr: 2006
Zusammenfassung: Nanotechnologie wird als ein der nächsten technologischen Revolutionen angesehen, die im erheblichen Maße alle Wirtschaftsbereiche beeinflußen wird. In der Medizin verspricht die Nanobiotechnologie: Systeme der Monitorisierung innerhalb des eigenen Körpers, die es erlauben die Entstehung von Krankheiten in Echtzeit zu beobachten; Medikamente direkt in die betroffenen Zellen zu schicken; hybride Systeme zur Korrektion von Hör-und Sehschwierigkeiten; an die genetische Verfassung des Patienten angepasste Medikamente; sowie die Verlängerung des Lebens. Kritiker dagegen warnen vor unvorhersehbaren Folgen für die Gesundheit. Aber es wird wenig über die Möglichkeiten der Kontrolle der Patienten gesprochen, welche die Nanotechnologie den Laboratorien und Unternehmen bereitstellt. In diesem Artikel wird aufgezeigt, dass die Nanotechnologie in dem sozialen Zusammenhang, in der es geschaffen wurde (Sarewitz, et al., 2004), bewertet werden muss, und das in Folge ihrer Anwendung die Abhängigkeit der Patienten von den pharmazeutischen Unternehmen vertieft wird.

Von der Pflanzenauswahl zur Biotechnologie: die gentechnologische Wirtschaft

Titelblatt-GataifeAutor: Guido Cataife
Jahr: 2006
Zusammenfassung: In diesem Artikel werden drei historischen Phasen untersucht, die die Entwicklung des Saatgutes zum Produktivgut durchlaufen hat. Diese Phasen werden durch die sie kennzeichnenden agrarischen Produktionsstrukturen bestimmt. Der Leser wird schrittweise Zeuge der historischen und konzeptuellen Entwicklung einer Produktionskategorie, die von den Wechselbeziehungen zwischen den ihr zugrunde liegenden Faktoren bestimmt ist: der individuellen Arbeit und den gesellschaftlichen Verhältnissen. Es wird der theoretische Ansatz Levins (1997) angewandt, der die ökonomischen Kategorien der klassischen politischen Ökonomie unter Rückgriff auf komplementäre Wissensgebiete wie z.B. der Anthropologie und der Ethnologie aktualisiert hat. Insbesondere werden die vorgenommene Unterscheidung zwischen den Kategorien “Arbeit”, “Produktion” und “Reproduktion” aufgegriffen, um so die sozialen Beziehungen zu beleuchten, die die Landwirte mit anderen Wirtschaftssubjekten in jeder der untersuchten historischen Etappen eingegangen sind.

Träumen Landwirte von elektrischen Schafen

Titelblatt-ChaparoAutor: Jeffer Chaparro & Celso Locatel
Jahr: 2006
Zusammenfassung: Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien – NIKT – verursachen tiefgreifende sozial-räumliche Veränderungen nicht nur in den urbanen, sondern ebenso in den ländlichen Räumen und in der Land- und Viehwirtschaft. Es zeichnet sich eine neue digitale ländliche Spaltung ab. Diese Veränderungen umfassen verschiedene Aspekte, unter denen die Nutzung neuer Instrumente und Geräte, die Nutzung verschiedenster Softwarepakete, die Anwendung geographischer Informationssystem – GIS – und der künstlichen Intelligenz – KI –  hervorgehoben werden. Gleichzeitig werden damit verschiedene Probleme und Konflikte angesprochen, die die Anwendung dieser neuen technologischen Möglichkeit hervorrufen. Ebenso stellen sie grosse Herausforderungen dar, die von der ungleichen Nutzung dieser neuen Möglichkeit bis hin zu den erheblichen sozial-räumlichen Folgwirkungen der Anwendung der NIKT in der Land- und Viehwirtschaft reichen.

Tele-Macht: Technologie und überwachter Strafvollzug

Titelblatt-VitoresAutor: Anna Vitores & Miquel Domènech
Jahr: 2006
Zusammenfassung: Die Einführung der Vielzahl von Innovationen, die durch die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) möglich wurden, ist ein hervorragender Anlass zu untersuchen, wie in Übereinstimmung mit der allgemeinen Transformation unserer Gesellschaft auch die soziale Kontrolle einen radikalen Wandel erfährt. Ausgehend von der Infragestellung der Konzepte linearer technischer Entwicklung und der damit verbundenen sozialen Folgewirkungen wird hier die Entwicklung der Geräte telematischer Kontrolle von ihrer ersten Form bis zu den heutigen Geräteversionen sowie der Wandel der damit verbundenen Formen und Praktiken sozialer Kontrolle untersucht.

Internet, öffentlicher Raum und politisches Marketing

Titelblatt-SorjAutor: Bernardo Sorj
Jahr: 2006
Zusammenfassung: Die empirische Grundlage dieses Artikels ist das Material, dass im Verlauf der Kampagne zum brasilianischen Volksentscheid über das Verkaufsverbot für Schusswaffen im Internet verbreitet wurde. Der Volksentscheid wurde am 23. Oktober 2005 durchgeführt, wobei am Ende eine deutliche Mehrheit für ein NEIN zum Verkaufsverbot für Schusswaffen und Munition stimmte. Mein Argument ist nun , dass in der optimistischen Erwartungshaltung gegenüber dem demokratisierenden Potenzial der neuen Kommunikationstechnologien, die bisher in der Spezialliteratur vorherrscht, eine spekulative Projektion zum Ausdruck kommt, der konkrete Erfahrungen gegenüber gestellt werden müssen. Der Fall des Volksentscheides weist darauf hin, dass die Auswirkungen des Internets auf die politische Dynamik eine weit komplexere Wirklichkeit darstellen, und es neben den positiven noch andere und dubiosere Aspekte gibt, die eine mögliche Nutzung des Internets zur Zerstörung des öffentlichen Raumes andeuten.