Kategorie-Archiv: Diskussionpapiere

Verantwortungsvollen Forschung und Innovation in Finland

Titelblatt_Finland-1Autoren: Jonna Hjelt & Elias Pekkola & Jari Stenvall & Yohannes Mehari
Jahr: 2020
Zusammenfassung: Der Bericht wirft einen systemischen Blick auf die Innovationssysteme in den Bereichen Energie und Wirtschaft in Finland im Allgemeinen und in der Region Tampere im Besonderen. Er konzentriert sich insbesondere auf die Analyse, wie die regionalen Akteure mit dem Konzept der verantwortungsbewussten Forschung und Innovation (Responsible Research and Innovation – VFI) umgehen und untersucht die Strategien der VFI und deren Umsetzung in der Praxis. Der Bericht stützt sich auf eine qualitative Analyse, an der 12 Teilnehmer beteiligt waren, die hauptsächlich im Innovationssystem der Energie und Wirtschaft der Region Tampere tätig sind.
Die Analyse zeigt, dass das nationale finnische Innovationssystem weitgehend durch die Investitionen des öffentlichen Sektors und der Beteiligung des privaten Sektors gekennzeichnet ist. Die öffentlichen und privaten Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation sind jedoch in den letzten Jahren aufgrund politischer Entscheidungen und wirtschaftlicher Veränderungen auf rückläufig. Es zeigt sich, dass das VFI -Konzept in den finnischen Forschungs- und Innovationssystemen der Energie und Wirtschaft nicht sehr bekannt ist. Stattdessen haben Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentliche Verwaltung in der Region Tampere stärker auf das Konzept der Ziele nachhaltiger Entwicklung der UNO gesetzt, das dem VFI-Konzept jedoch ähnelt.
Die Studie berichtet ebenso über Vorschläge zur Förderung verantwortungsbewussten Handelns und zur Lösung ethischer Dilemmata in Forschung und Innovation gelöst. Das schließt die Fähigkeit, mit verschiedenen Akteuren zusammenzuarbeiten, und die Notwendigkeit ein, wissenschaftlich unterschiedlicher Perspektiven im Innovationsprozess einzubringen. Es wird auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, das Engagement der von den Innovationen betroffenen Menschen und der Gesellschaft insgesamt in den Innovationsprozessen zu erhöhen. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Geschlechtergleichstellung in finnischen Organisationen nicht als Problem wahrgenommen wird, obwohl es viele geschlechtstypische Berufe gibt. Schließlich wird betont, dass die Vermittlung von VFI-Prinzipen für die Studierenden relevant sein könnte, aber Engagement, Geschlechtergleichstellung und Ethik am besten in der Praxis erlernt wird.

Nur in Englisch verfügbar

Verantwortungsvollen Forschung und Innovation in Katalonien

Titelblatt RRIL-IO1-Cat-1Autoren: Karsten Krüger; Alba Molas & Laureano Jiménez
Jahr: 2020
Zusammenfassung: Der Bericht beschreibt das spanische und katalanische Innovationssystem im Allgemeinen und für die Wissensbereiche Wirtschaft und Energie im Besonderen. Die Analyse deutet auf ein duales System: Auf der einen Seite gibt es das Subsystem der Triple Helix mit Universitäten, Forschungszentren, Technologiezentren und Unternehmen, in dem andere Akteure – der Quadruple Helix – nur punktuell mitwirken Gesteuert wird dieses Subsystem durch ein komplexes Netz von öffentlichen Körperschaften und öffentlichen Körperschaften unter privaten Rechts, in dem die Unternehmen an Bedeutung gewinnen. Andere Akteure einschließlich der Städte haben in diesem Subsystem nur geringe Relevanz. Auf der anderen Seite gibt es das ‚smarte’ Subsystem, das hauptsächlich von Städten und Unternehmen gebildet wird, in denen Universitäten und Forschungszentren nur punktuell mitwirken.
In diesem dualen System entwickeln die katalanischen Universitäten vielfältige Strategien in den Bereichen soziale Verantwortung, Gleichstellung der Geschlechter und Ethik. Diese Strategien sind jedoch nicht in ein Gesamtkonzept der Verantwortungsvollen Forschung und Innovation (VFI) integriert. Sie entwickelten diese Maßnahmen eher im Rahmen alternativer Konzepte wie ‚Universitäre Soziale Verantwortung(USR), ‚HR Excellence in Research Award‘ und den Nachhaltigkeitszielen der UNO.
Trotz des Fortschritts, den die öffentlichen katalanischen Universitäten bei der Konsolidierung eines Triple-Helix-Systems gemacht haben, ist ein Mangel an Fortschritten in Richtung einer stärkeren Beteiligung der Gesellschaft und einer Stärkung der Bürger im Sinne einer Quadruple Helix-Konfiguration zu beobachten. Es wurden Schritte in den Bereichen der sozialen Verantwortung, Geschlechtergleichstellung und Ethik unternommen, jedoch nicht im Rahmen von RRI. Es gibt bei der Umsetzung von VFI im spanischen und katalanischen Innovationssystem noch einen beträchtlichen Spielraum, für den die Entwicklung und Test von Ausbildungsmodulen eine wesentliche Unterstützung sein könnte.

Ist nur in Englisch verfügbar

Rechtsradikale und –extreme Parteien und die Arbeiterklasse in Deutschland

Titelblatt-Dikussionbeitrag_PartidosAutor: Karsten Krüger
Jahr: 2019
Dieser Artikel liegt nur in Spanisch vor

Zusammenfassung: In den Ländern der Europäischen Union gibt es einen klaren Trend zur Akzeptanz des Rechtsradikalismus oder -extremismus. In Deutschland, wie auch in Spanien, ist dieses politische Phänomen später aufgetreten als in anderen europäischen Ländern. Eine Reihe von deutschen Studien zeigen jedoch, dass die als rechtradikal oder -extrem charakterisierten Positionen und Einstellungen schon länger in der Gesellschaft vorhanden sind. Sie sind auch nicht auf das politische rechtsradikale und-extreme politische Spektrum beschränkt, sondern findet sich auch in der Mitte der Gesellschaft.
Folglich sind auch die Arbeiter und die Gewerkschaft sensibel für diese politische Option. In der Analyse des Phänomens der radikalen und extremen Rechten hat die Theorie der Modernisierungsverlierer und -gewinner eine besondere Relevanz. Sie bezieht sich nicht nur auf die objektive sozioökonomische oder kulturelle Situation, sondern auch die subjektiven individuellen Wahrnehmungen (wie z.B. Pessimismus vor seiner persönlichen Situation oder Angst vor Kontrollverlust).
In Bezug auf die sozioökonomischen Veränderungen ist diese Theorie jedoch begrenzt. Im besten Fall erklärt sie lediglich, warum die als „Verlierer“ identifizierten sozialen Schichten eine stärkere Tendenz zu diesen Parteien haben, aber nicht warum auch Personen anderer sozialer Schichten diese Option wählen. Ein weiterer Kritikpunk ist, dass diese Theorie nicht genügend herausstreicht, dass es sich um ein langfristiges Phänomen handelt, das zumindest in der Bundesrepublik Deutschland bis in die 1950er Jahre zurückreicht. Die Irrelevanz der rechtsradikalen und -extremen Parteien im parlamentarischen Leben in den 1970er, 1980er, 1990er und 2000er Jahren bedeutete nicht, dass die jeweiligen Einstellungen aus der westdeutschen Gesellschaft verschwunden waren, sondern war als politische Strömung innerhalb der dominanten konservativen Parteien getarnt oder blieb eine Minderheitenposition der außerparlamentarischen Opposition. Dieser Artikel, der nicht auf einer empirischen Studie, sondern auf einer Revision der Fachliteratur, Dokumente der rechtsradikalen Partei AfD und der Analyse der Wählerstimmen für die AfD bei den letzten Wahlen gründet, spricht hiervon und mehr.

Investigación e Innovación Responsable. Un elemento de la gobernanza del complejo científico-tecnológico europeo

Titelblatt_InvestigacionAutor: Karsten Krüger
Jahr: 2018
[Verantwortungsbewusste Forschung und Innovation. Ein Element zur Steuerung des Europäischen wissenschaftlich-technologischen Komplexes]
Es liegt nur eine Spanische Version vor.
Zusammenfassung: Das Konzept ‚Verantwortungsbewusste Forschung und Innovation‘ (RRI – Responsible Research and Innovation) ist ein neues Element in der Steuerung des wissenschaftlich-technologischen Komplexes Europas. Diese Studie diskutiert dieses Konzept im Rahmen der aktuellen Wissenschafts- und Innovationspolitik der Europäischen Union, in dem es im wesentlichen relevanter politischer Dokumente und Artikel zu diesem Thema analysiert.
Im ersten Kapitel wird die These des Rückzuges des Staats als zentrale Instanz der Steuerung und Regelung in entscheidenden gesellschaftlichen Bereichen entwickelt. Im zweiten Kapitel gibt einen Überblick über Arbeiten zu dem historischen Wandel des wissenschaftlich-technologischen Komplexes. Daran schließt sich im dritten Kapitel eine Analyse zu der Restrukturierung des wissenschaftlich-technologischen Komplexes der Europäischen Union an und verweist darauf, dass damit eine stärkere Rolle von Unternehmen und Unternehmensvereinigungen bei der Gestaltung und Verwaltung der öffentlich geförderten Forschung einhergeht. Im vierten Kapitel wird das Konzept RRI als ein mögliches zentrales Element indirekter Forschungs- und Innovationssteuerung in der Zukunft vorgestellt. Es könnte sich zu einem Instrument der Akkreditierung von Forschungseinrichtungen entwickeln könnte, mit dem der Zugang zu öffentlichen Forschungsgeldern reguliert wird. Hier wird argumentiert, dass sich in dem Konzept RRI die Unmöglichkeit widerspiegelt den wissenschaftlich-technologischen Komplex über die Innovationsergebnisse zu kurz- und mittelfristig zu evaluieren, da Transferprozesse wissenschaftlichen Wissens in gesellschaftlich relevantes und nutzbares Wissen zu komplex und die diesbezüglichen Ergebnisunsicherheiten wissenschaftlicher Forschung zu hoch sind. RRI schlägt dagegen vor, die Qualität des Innovationsprozesses selber zu evaluieren.