Kategorie-Archiv: Artikel

Die schleichende Spaltung der Wissensgesellschaft

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Autor: Johann Welsch
Jahr: 2006

Zusammenfassung: Die frühindustrialisierten Länder der Erde befinden sich im Übergang zur Wissensgesellschaft. Die explosionsartige Ausbreitung des Internet hat diesen Prozess in den letzten Jahren stark beschleunigt. Neben den Vorteilen werden auf diese Weise auch die Schattenseiten der Wissensgesellschaft deutlicher sichtbar. Die neue Aera wird stark geprägt durch die zunehmende Bewältigung gesellschaftlicher Transaktionen und Kommunikationsprozesse mittels der Informationsinfrastruktur. Viele Chancen der Individuen hängen in wachsendem Umfang vom Anschluß an diese Infrastruktur und von der gezielten Nutzung der durch sie gebotenen Möglichkeiten ab. Hierbei sind allerdings Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen festzustellen. Im vorliegenden Artikel wird diese Problematik der digitalen Spaltung, des “digital divide”, genauer untersucht. Der Autor analysiert Inhalt und Ursachen des Problems, fragt nach Methoden seiner empirischen Erfassung und stellt ausgewählten empirische Befunde vor.

Erstveröffentlichung
Welsch, Johann
Die schleichende Spaltung der Wissensgesellschaft.
WSI-Mitteilungen. Nº 4, 2000. S: 195-202.
[ISSN 0342-300 X]

Internet, öffentlicher Raum und poltisches Marketing: Zwischen Kommunikationsförderung und moralischen Solipsimus

Internet_öffentlicher Raum.pdf
Autor: Bernardo Sorj
Jahr: 2006
Übersetzter: Karsten Krüger & Silke van der Locht.

Zusammenfassung: Die empirische Grundlage dieses Artikels ist das Material, dass im Verlauf der Kampagne zum brasilianischen Volksentscheid über das Verkaufsverbot für Schusswaffen im Internet verbreitet wurde. Der Volksentscheid wurde am 23. Oktober 2005 durchgeführt, wobei am Ende eine deutliche Mehrheit für ein NEIN zum Verkaufsverbot für Schusswaffen und Munition stimmte. Das Argument ist, dass in der optimistischen Erwartungshaltung gegenüber dem demokratisierenden Potenzial der neuen Kommunikationstechnologien, die bisher in der Spezialliteratur vorherrscht, eine spekulative Projektion zum Ausdruck kommt, der konkrete Erfahrungen gegenüber gestellt werden müssen. Der Fall des Volksentscheides weist darauf hin, dass die Auswirkungen des Internets auf die politische Dynamik eine weit komplexere Wirklichkeit darstellen, und es neben den positiven noch andere und dubiosere Aspekte gibt, die eine mögliche Nutzung des Internets zur Zerstörung des öffentlichen Raumes andeuten.

Die in das Internet gesetzte, libertäre Erwartung beschwört eine neoklassische Vision der Marktwirtschaft: Je freier die Menschen in ihren Handlungen von äußeren Einflüssen und Regulierungen sind, umso besser die Ergebnisse. In der Schlussfolgerungen beziehen Sorj zu diesen Vorstellungen eine kritische Stellung und weisen in eine andere Richtung: der öffentliche Raum, wie auch der Markt, verlangt Anstrengungen zur Schaffung kollektiver Räume mit einem Mindestmaß an Regulation -wenn möglich durch die Nutzer selbst-, damit diese Räume verantwortungsvoll genutzt und nicht von Individuen und Gruppen kolonialisiert werden, die oftmals in enger Verbindung zu den wirtschaftlich Mächtigen und/oder dem politischen Marketing stehen. Diese neigen dazu, sich der Sprache des Internet zu bemächtigen und unter dem Mantel der Anonymität Instrumente einzusetzen, ohne jedweden Kompromiss mit den bürgerlichen Werten des demokratischen Zusammenlebens einzugehen.

Erstveröffentlichung
SORJ, Bernardo (2006)
Internet, Espacio Público y Marketing Político: Entre la promoción de la comunicación y el solipsismo moralista.
Biblioteca Virtual Marian y Arthur Edelstein. Working paper 2. Marzo 2006. [http://www.centroedelstein.org.br/español] [ISBN 85-99662-07-4].

Was ist Technikforschung? Entwicklung und Entfaltung eines sozialwissenschaftlichen Forschungsprogramms

Was ist Technikforchung.pdf

Titelblatt-Artikel_Technikforschung_DE

Autor: Werner Rammert
Jahr: 2006 [2000]

Zusammenfassung: Technik und technischer Wandel waren ursprünglich integrale Bestandteile des klassischen Programms der Sozialwissenschaften. Mit der Separierung einzelner Bereiche oder Aspekte zu sozialwissenschaftlichen Einzeldisziplinen rückte der Gegenstand Technik an die Ränder des Fachs. In den letzten Jahrzehnten ist der technische Fortschritt wieder ein wichtiger Untersuchungsgegenstand geworden, was sich auch durch die wachsende Nachfrage der Gesellschaft nach methodisch gesichertem Wissen über Chancen und Risiken neuer Technologien erklärt. Zur Beantwortung auf die aufgeworfenen Fragestellungen hat die sozialwissenschaftliche Technikforschung die Kooperation zwischen den verschiedenen Disziplinen gesucht, indem sie die klassischen Fragen nach den Folgen der Technik mit den neuen Fragen nach der Genese, Gestaltung und Steuerung der Technik verbindet. Doch kann eine sozialwissenschaftliche Technikforschung erst dann methodisch und theoretisch gesichertes Orientierungs-, Steuerungs- und Reflexionswissen bereitstellen, wenn sich unter den Technikforschern ein eigener kognitiver Kern im Hinblick auf die soziale Dynamik technischen Wandels herausgebildet hat.

Schlüsselwort: sozialwissenschaftliche Technikforschung, Technikfolgen, Technikfolgenabschätzung, Netzwerke, Technikgenese, Techniksteuerung, technische großtechnische Systeme, Innovationsprozesse

Erstveröffentlichung
Rammert, Werner
Technik aus soziologische Perspektive 2. Kultur – Innovation – Virtualität.
Westdeutscher Verlag. Wiesbaden. 2000. S: 14-40.

Träumen Landwirte von elektrischen Schafen?

Titelblatt-Träumen

Träumen_Landwirte_von_elektrischen_Schafen.pdf

Autoren: Jeffer Chaparro Mendivelso & Celso Locatel
Jahr: 2006
Übersetzer:  Karsten Krüger & Silke van der Locht

Zusammenfassung: Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien – NIKT – verursachen tiefgreifende sozial-räumliche Veränderungen nicht nur in den urbanen, sondern ebenso in den ländlichen Räumen und in der Land- und Viehwirtschaft. Es zeichnet sich eine neue digitale ländliche Spaltung ab. Diese Veränderungen umfassen verschiedene Aspekte, unter denen die Nutzung neuer Instrumente und Geräte, die Nutzung verschiedenster Softwarepakete, die Anwendung geographischer Informationssystem – GIS – und der künstlichen Intelligenz – KI – hervorgehoben werden. Gleichzeitig werden damit verschiedene Probleme und Konflikte angesprochen, die die Anwendung dieser neuen technologischen Möglichkeit hervorrufen. Ebenso stellen sie grosse Herausforderungen dar, die von der ungleichen Nutzung dieser neuen Möglichkeit bis hin zu den erheblichen sozial-räumlichen Folgwirkungen der Anwendung der NIKT in der Land- und Viehwirtschaft reichen.

Schlüsselwort: ländliche digitale Spaltung, Neue Informations- und Kommunikationstechnologie, informatisierte Landwirtschaft, präzise Landwirtschaft, Geographische Informationssystems, Künstliche Intelligenz