Rechtsradikale und –extreme Parteien und die Arbeiterklasse in Deutschland

Titelblatt-Dikussionbeitrag_PartidosAutor: Karsten Krüger
Jahr: 2019
Dieser Artikel liegt nur in Spanisch vor

Zusammenfassung: In den Ländern der Europäischen Union gibt es einen klaren Trend zur Akzeptanz des Rechtsradikalismus oder -extremismus. In Deutschland, wie auch in Spanien, ist dieses politische Phänomen später aufgetreten als in anderen europäischen Ländern. Eine Reihe von deutschen Studien zeigen jedoch, dass die als rechtradikal oder -extrem charakterisierten Positionen und Einstellungen schon länger in der Gesellschaft vorhanden sind. Sie sind auch nicht auf das politische rechtsradikale und-extreme politische Spektrum beschränkt, sondern findet sich auch in der Mitte der Gesellschaft.
Folglich sind auch die Arbeiter und die Gewerkschaft sensibel für diese politische Option. In der Analyse des Phänomens der radikalen und extremen Rechten hat die Theorie der Modernisierungsverlierer und -gewinner eine besondere Relevanz. Sie bezieht sich nicht nur auf die objektive sozioökonomische oder kulturelle Situation, sondern auch die subjektiven individuellen Wahrnehmungen (wie z.B. Pessimismus vor seiner persönlichen Situation oder Angst vor Kontrollverlust).
In Bezug auf die sozioökonomischen Veränderungen ist diese Theorie jedoch begrenzt. Im besten Fall erklärt sie lediglich, warum die als „Verlierer“ identifizierten sozialen Schichten eine stärkere Tendenz zu diesen Parteien haben, aber nicht warum auch Personen anderer sozialer Schichten diese Option wählen. Ein weiterer Kritikpunk ist, dass diese Theorie nicht genügend herausstreicht, dass es sich um ein langfristiges Phänomen handelt, das zumindest in der Bundesrepublik Deutschland bis in die 1950er Jahre zurückreicht. Die Irrelevanz der rechtsradikalen und -extremen Parteien im parlamentarischen Leben in den 1970er, 1980er, 1990er und 2000er Jahren bedeutete nicht, dass die jeweiligen Einstellungen aus der westdeutschen Gesellschaft verschwunden waren, sondern war als politische Strömung innerhalb der dominanten konservativen Parteien getarnt oder blieb eine Minderheitenposition der außerparlamentarischen Opposition. Dieser Artikel, der nicht auf einer empirischen Studie, sondern auf einer Revision der Fachliteratur, Dokumente der rechtsradikalen Partei AfD und der Analyse der Wählerstimmen für die AfD bei den letzten Wahlen gründet, spricht hiervon und mehr.

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